Handhabung, Dosierung & Lagerung
Ein klarer Leitfaden zum Rekonstituieren, Dosieren und Lagern von Forschungspeptiden. Eine saubere Kühlkette und eine genaue Dosierung sind die beiden Dinge, mit denen Selbstforschende am meisten richtig machen können.
Oktober 2026
01Injektion Schritt für Schritt
Die subkutane Injektion ist der häufigste Verabreichungsweg für Forschungspeptide. Sauber durchgeführt ist sie risikoarm; nachlässig durchgeführt führt sie zu Infektionen an der Einstichstelle, falsch berechneten Dosen und abgebautem Produkt.
- 01
Arbeitsplatz vorbereiten
Hände waschen. Eine saubere Fläche mit Isopropylalkohol abwischen. Bereitlegen: Vial, BAC-Wasser (oder steriles Wasser), Spritze, Alkoholtupfer, Kanülenabwurfbehälter.
- 02
Lyophilisiertes Peptid rekonstituieren
Das berechnete Volumen BAC-Wasser aufziehen und langsam an der Innenwand des Vials entlang einspritzen — nicht direkt auf das Pulver. Sanft schwenken. Niemals schütteln.
- 03
Dosisvolumen berechnen
Dosis (µg) ÷ Konzentration (µg pro Einheit auf einer U-100-Insulinspritze) = aufzuziehende Einheiten. Die meisten Protokolle verwenden 0,5–1,0 mL BAC-Wasser pro mg Peptid, damit die Rechnung glatt aufgeht.
- 04
Dosis aufziehen
Den Stopfen des Vials mit Alkohol abwischen. Den Kolben bis zum Dosisvolumen zurückziehen, Nadel einstechen, Luft hineindrücken, Vial umdrehen und die Dosis aufziehen. Luftblasen herausklopfen.
- 05
Subkutan injizieren
Eine Hautfalte greifen (Bauch, 5 cm neben dem Nabel, oder äußerer Oberschenkel). Im Winkel von 45–90° einstechen. Langsam über 3–5 Sekunden injizieren. Herausziehen. Leicht andrücken.
- 06
Entsorgen & dokumentieren
Die Nadel direkt in den Kanülenabwurfbehälter geben. Dosis, Uhrzeit, Einstichstelle und subjektive Wirkungen notieren. Die Einstichstelle von Mal zu Mal wechseln.
02Lagerung nach Zustand
Peptide sind Proteine. Hitze, Licht und wiederholtes Einfrieren und Auftauen bauen sie ab. Ob ein Bericht „ohne Wirkung“ echt ist oder an der Bezugsquelle liegt, hängt vor allem an der Kühlkette.
| Zustand | Temperatur | Haltbarkeit | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Lyophilisiert (nicht rekonstituiert) | –20 °C ideal, 2–8 °C akzeptabel, Raumtemperatur kurzfristig | 12–36 Monate | Stabilste Form. Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden. |
| Rekonstituiert | 2–8 °C (Kühlschrank) | 20–30 Tage bei den meisten Peptiden | Die Stabilität variiert — BPC-157 ca. 30 Tage, Sermorelin ca. 14 Tage. Die Kühlkette ist entscheidend. |
| Im Versand | Isoliert + Kühlakkus | ≤ 72 Stunden | Umgebungstemperaturen über 25 °C beschleunigen den Abbau. Warm ankommende Sendungen zurückweisen. |
03Rekonstitution berechnen
Ein 5-mg-Vial, rekonstituiert mit 2 mL BAC-Wasser, ergibt 2,5 mg/mL. Auf einer U-100-Insulinspritze fasst jede „Einheit“ (Strich) 0,01 mL, also 25 µg Peptid. Eine Dosis von 250 µg entspricht damit 10 Einheiten. Die Rechnung vor dem Aufziehen immer zweimal prüfen.
Dosen nach Möglichkeit auf runde Einheiten legen — 10, 20, 25 — und das tatsächlich aufgezogene Volumen notieren. Halbe Einheiten verliest man bei schwachem Licht leicht.